Hi everybody,
nun ist er also da, der letzte Tag und wir sind quasi schon aus dem Hotel raus und warten nur noch auf dem Transfer zum Flughafen...
Vorbei ist die Schinderei, die (begrabenen) Hoffungen, der Wettkampf, die Herausforderung, das Flair, die Gemeinschaft der Sportler, der Wahnsinn hier auf der Insel...Zeit also - endlich - nach Hause zu kommen und Danke zu sagen...
Danke als aller erstes an meine Familie, die meinen sportlichen Weg mitträgt und unterstützt. Bei den vielen vielen Trainingsstunden in der Woche, kaum entspannten Wochenenden wegen des oft langen Radtrainings, vielen abgesagten oder verschobenen Verabredungen und Einlandungen, Freunde treffen "zwischen Tür und Angel", Begleitung bei Wettkämpfen egal ob Schnee oder Eis, Verständnis und Flexibilität bis zum Abwinken und noch 1000 weiteren Dingen. Das ist verrückt und ich frage mich manchmal, wer dann hier der verrückte in der Familie ist?! Dafür - und nicht nur dafür - liebe ich Euch!!!
Ein großes Dankeschön gleich an nächster Stelle auch an die Syzygy Deutschland GmbH - in Person von Marco und Frank - die mich weiter unterstützen, obwohl sich unsere beruflichen Wege getrennt haben! Das ist weder selbstverständlich noch alltäglich. Ich habe mich beim Wettkampf zwischenzeitlich zwar gefragt, ob ich mich wirklich drüber freuen soll...aber das war spätestens nach der Finishline wieder vergessen. :-) Aber im Ernst, es ist ein Privileg hier dabei sein zu dürfen und Ihr habe es mir ein erneut ermöglicht. Das ist ganz groß von Euch! Danke!
Viele weitere Dankeschöns gehen an alle Freunde, Unterstützer, Gönner, Interessierte, ohne die es für mich auch nicht möglich wäre da zu sein, wo ich bin. Klar, ist das ein Sport für absolute Individualisten, aber wenn es Euch da draußen nicht geben würde, dann hätte weder dieser Blog mit Leben erfüllt werden können, noch würde das ganze so einen Spaß machen. Spaß? ...habe ich eben Spaß geschrieben?
...sind wir doch mal ehrlich...Salzwasser schmeckt beschissen, mit schmerzenden Beinen und steifem Rücken nach 180km von einem Rad zu steigen und dann ziemlich knülle noch 42km zu Laufen...da gibt es doch Schöneres?!
Falsch! schaut mal hier...
http://ironman.com/events/ironman/worldchampionship/?show=tracker&y=2007
1472 oder meinen Namen in der Suchmaske eintippen, und dann auf meinem Ergebnisblatt "watch me finish" klicken...(Video kann ich leider nicht selber einbinden)
Dafür bekommt Ihr mein absolutes Lieblingsvideo als kleines Bonbon:
In diesem Sinne...don't fall asleep, keep on training!
Mahalo!
Euer Michel
Michel goes Hawaii again!
In diesem Blog beschreibe ich meine zweite Teilnahme bei der Triathlon Weltmeisterschaft auf Hawaii 2007.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Dienstag, 16. Oktober 2007
Wie geht's weiter?
Hi,
heute ist die Verbindung wieder stabil und ich kann mit meinem Laptop wieder den Blog weiterführen - juhu!!
Tja, wie geht's weiter ist jetzt die große Frage?
Hier in Kona ist schon wieder Ruhe eingekehrt! Schon am nächsten Tag war absolut NICHTS mehr von der Ironman Weltmeisterschaft 2007 zu sehen (Award Party am nächsten Abend HINTER dem King Kameameha Hotel). Keine weggeworfene Trinkflasche, kein Power-Gel Tütchen, nicht ein einziger Krümel erinnerte 12 Stunden später noch an den Event mit seinen großen und kleinen Geschichten.
Privat gesehen ist das ganz einfach...ich hoffe das es weiterhin mit unserer kleinen Familie so gut und glatt weiterläuft, wir gesund bleiben und unser Töchterchen weiter wächst, gedeiht und uns weiter so viel Spaß macht wie bisher!!!
Beruflich hat der weitere Ausbau meines Geschäfts absolute Priorität. Wer es bis jetzt noch nicht mitbekommen hat (gibt es so jemanden überhaupt?), dass ich mich dieses Jahr als Personaltrainer selbständig gemacht habe - der weiß es jetzt! Wenn Ihr also jemanden kennt, der (Halb-)Marathon laufen, Triathlon Luft schnuppern oder einfach "nur" fitter werden möchte oder muß...schickt Ihn zu mir! Ich weiß wie's geht! (oder Klick auf 1to1-Personaltraining - rechts in den Surftipps meines Blogs) *harharharrrrr*
Sportlich sind die Weichen auch gestellt... ich habe mich schon im Juli diesen Jahres - direkt nach Frankfurt - für den Ironman Österreich (Klagenfurt) angemeldet. Das heißt ich werde jetzt für 2-3 Wochen die Füße hochlegen, ein bischen nach Lust und Laune vor mich hin trainieren...und dann die Planung für's nächste Jahr aufstellen. Juli 2008 ist es dann wieder soweit! 3,8/180/42,2 ...wenn die Rahmenbedingungen stimmen dann würde ich gerne - mindestens - die 30 Sekunden schneller sein, um die ich die Sub-9-Stunden in Frankfurt verpaßt habe...
So, die Ansage steht jetzt schonmal!
Melde mich morgen nochmal, bevor es am Abend ab nach Hause geht...
Hang loose & Aloha
Michel
heute ist die Verbindung wieder stabil und ich kann mit meinem Laptop wieder den Blog weiterführen - juhu!!
Tja, wie geht's weiter ist jetzt die große Frage?
Hier in Kona ist schon wieder Ruhe eingekehrt! Schon am nächsten Tag war absolut NICHTS mehr von der Ironman Weltmeisterschaft 2007 zu sehen (Award Party am nächsten Abend HINTER dem King Kameameha Hotel). Keine weggeworfene Trinkflasche, kein Power-Gel Tütchen, nicht ein einziger Krümel erinnerte 12 Stunden später noch an den Event mit seinen großen und kleinen Geschichten.
Privat gesehen ist das ganz einfach...ich hoffe das es weiterhin mit unserer kleinen Familie so gut und glatt weiterläuft, wir gesund bleiben und unser Töchterchen weiter wächst, gedeiht und uns weiter so viel Spaß macht wie bisher!!!
Beruflich hat der weitere Ausbau meines Geschäfts absolute Priorität. Wer es bis jetzt noch nicht mitbekommen hat (gibt es so jemanden überhaupt?), dass ich mich dieses Jahr als Personaltrainer selbständig gemacht habe - der weiß es jetzt! Wenn Ihr also jemanden kennt, der (Halb-)Marathon laufen, Triathlon Luft schnuppern oder einfach "nur" fitter werden möchte oder muß...schickt Ihn zu mir! Ich weiß wie's geht! (oder Klick auf 1to1-Personaltraining - rechts in den Surftipps meines Blogs) *harharharrrrr*
Sportlich sind die Weichen auch gestellt... ich habe mich schon im Juli diesen Jahres - direkt nach Frankfurt - für den Ironman Österreich (Klagenfurt) angemeldet. Das heißt ich werde jetzt für 2-3 Wochen die Füße hochlegen, ein bischen nach Lust und Laune vor mich hin trainieren...und dann die Planung für's nächste Jahr aufstellen. Juli 2008 ist es dann wieder soweit! 3,8/180/42,2 ...wenn die Rahmenbedingungen stimmen dann würde ich gerne - mindestens - die 30 Sekunden schneller sein, um die ich die Sub-9-Stunden in Frankfurt verpaßt habe...
So, die Ansage steht jetzt schonmal!
Melde mich morgen nochmal, bevor es am Abend ab nach Hause geht...
Hang loose & Aloha
Michel
morgen mehr...wlan hier abgenippelt!
hi leute,
ich muss mich kurz fassen, denn die wlan verbindung hier im lavajava ist abgeraucht und nun sitz ich hier an ner englischen tastatur samt lahmer verbindung (also schreibfehler und gross kleinschreibung bitte verzeihen). ausserdem kehren die uns in wenigen minuten raus.
danke fuer all eure kommentare und glueckwuensche!!!
mir geht es heute schon wieder recht gut koerperlich und wenn man sieht und liest WER alles rausgegangen ist und nicht gefinisht hat (es liest sich fast wie das who is who des triathlon sports): cameron brown, norman stadler, faris al sultan, thomas hellriegel, vuchkovic, badman, michellie jones etc. etc. ...dann ist es auch mental schon wieder ganz gut und bestaerkt mich nochmal darin, was ich gestern geschrieben habe...
zumal ein 3:33er marathon mit gehpause (und die endzeit generell) auch nicht wirklich schlecht ist?! :)
naja, heute war also quasi der erst ruhige tag wo ich mal nix tun musste was mit training, anmeldung, abmeldung, wettkampf oder aehnlichem zu tun hatte. heute war inselrundfahrt angesagt (12 stunden) mit einem guide der ohne punkt und komma bzw. sprechpause die komplette zeit gequatscht hat!!! hammer!!! dafuer weiss ich jetzt wirklich alles ueber die insel und wenn ich king kameamehas enkel irgendwann mal treffen sollte, dann sind wir quasi brueder!!! :)
natuerlich muss ich noch ein paar leuten ganz herzlichen dank sagen, dass muss ich aber auf morgen verlegen, damit der spannungsbogen nicht unterbrochen wird!!! ...nee, spass...ich muss jetzt hier aufhoeren und bekomme schon boese blicke von den maedels die hier arbeiten. hilft kein charme und kein mitleidiger blick...
hang(t) loose & bis morgen
Michel
ich muss mich kurz fassen, denn die wlan verbindung hier im lavajava ist abgeraucht und nun sitz ich hier an ner englischen tastatur samt lahmer verbindung (also schreibfehler und gross kleinschreibung bitte verzeihen). ausserdem kehren die uns in wenigen minuten raus.
danke fuer all eure kommentare und glueckwuensche!!!
mir geht es heute schon wieder recht gut koerperlich und wenn man sieht und liest WER alles rausgegangen ist und nicht gefinisht hat (es liest sich fast wie das who is who des triathlon sports): cameron brown, norman stadler, faris al sultan, thomas hellriegel, vuchkovic, badman, michellie jones etc. etc. ...dann ist es auch mental schon wieder ganz gut und bestaerkt mich nochmal darin, was ich gestern geschrieben habe...
zumal ein 3:33er marathon mit gehpause (und die endzeit generell) auch nicht wirklich schlecht ist?! :)
naja, heute war also quasi der erst ruhige tag wo ich mal nix tun musste was mit training, anmeldung, abmeldung, wettkampf oder aehnlichem zu tun hatte. heute war inselrundfahrt angesagt (12 stunden) mit einem guide der ohne punkt und komma bzw. sprechpause die komplette zeit gequatscht hat!!! hammer!!! dafuer weiss ich jetzt wirklich alles ueber die insel und wenn ich king kameamehas enkel irgendwann mal treffen sollte, dann sind wir quasi brueder!!! :)
natuerlich muss ich noch ein paar leuten ganz herzlichen dank sagen, dass muss ich aber auf morgen verlegen, damit der spannungsbogen nicht unterbrochen wird!!! ...nee, spass...ich muss jetzt hier aufhoeren und bekomme schon boese blicke von den maedels die hier arbeiten. hilft kein charme und kein mitleidiger blick...
hang(t) loose & bis morgen
Michel
Sonntag, 14. Oktober 2007
This was a tough one!!!
Hallo alle zusammen,
das Beste zu aller erst - ich habe es wieder geschafft!!! Jaaaaa!!! 10:18 Stunden harter Abeit liegen hinter mir...ich bin gesund und munter und das ist im Nachhinein das wichtigste von allem, aber der Reihe nach...
...wen allerdings eine harte Ausdrucksweise stört oder den Blog seinen Kindern vorliest, der sollte jetzt nicht weiterlesen, denn ein kann ich Euch sagen...DAS war die härteste Scheisse die ich bisher gemacht habe!!!
Wo soll ich anfangen? Ich denke beim Schwimmen... :-)
Schwimmen war mal wieder sehr hart, obwohl ich rund 3 Minuten schneller war als 2005, bin ich nicht ganz glücklich, denn ich hatte irgendwie keine gute Position finden können, habe ein paar mal versucht daran was zu ändern, aber um mich herum war weit und breit nichts was mich weiter gebracht hätte und so kam ich mir recht geblockt in meinen Möglichkeiten vor. Natürlich gab es wieder mehr als genug Schlägerei, Halten, Ziehen, Treten und was alles (nicht) so dazugehört. Letztlich hab ich mich aber nicht verrückt gemacht und bin halt einfach durchgepaddelt.
Erster Wechsel lief ganz gut...schön unter der Frischwasserdusche durchgerannt um das Salzwasser abzuspülen - denn sonst trocknet es und sorgt den Rest des Tages für große Probleme wenn man sich deswegen wund scheuert...ich also rein in die Radklamotten und raus auf die Strecke - diesmal ohne Sturz gleich beim aufsteigen - man lernt also immernoch dazu! :-)
Der Wettkampf fand natürlich am heissesten Tag der gesamten Woche statt - kein einziges Wölkchen am Himmel, den ganzen Tag und so hatten wir morgens vor dem Schwimmen schon "angenehme" 35 Grad. Auf der Radstrecke waren es dann gute 40 und eigentlich die komplette Strecke - mindestens aber 165km - Gegen- oder Seitenwind. Ich bin also, wie geplant, erstmal sehr verhalten bis zum Wendepunkt nach Hawi gefahren und habe probiert mich gut zu versorgen. Bei meinem letzten Leistungstest haben wir einen Energieumsatz von mehr als 1200 Kalorien pro Stunde bei mir gemessen und die wollen natürlich aufgefüllt werden...
Na auf jeden Fall habe ich mir von Beginn an nicht so doll gefühlt auf dem Rad - wie eigentlich schon die ganze Woche wenn ich recht drüber nachdenke - habe mich aber nicht groß davon beeinflussen lassen. Die 30km Steigung nach Hawi habe ich viele Leute überholt und bin richtig da hochgeballert in der Annahme ich kann mich auf dem Rückweg - bergab - gut versorgen. Aber der Wind war dermaßen stark das man bei guten 60km/h bergab leider den Lenker nicht loslassen konnte! Einmal habe ich es probiert und es hat mich fast zerrissen und ich musste sehr stark Gegenlenken um keinen Abflug zu machen. Dabei habe ich mir leicht die Rückenmuskulatur gezerrt, war aber nicht weiter schlimm - war ja warm - und Wärme tut ja auch gut?! :-)
Danach fing dann mein persönliches Drama an...ab KM 140 konnte ich keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen - es ist mir sozusagen wieder "aus dem Gesicht gefallen" wenn Ihr wisst was ich meine? Keine Riegel, kein Gel, keine Salzbrezeln (die ich in meinen Special-Needs-Beutel getan hatte). Scheisse. Ich habe also nurnoch trinken können und auch das ist nicht mehr da geblieben wo's eigentlich hingehört und ich habe es öfter wieder ausgespuckt. Das reicht von der Energieversorgung natürlich nicht aus und sollte sich dann noch bemerkbar machen.
Den Bike-Split bin ich dann zwar zuende gefahren und habe auch probiert mich davon nicht beunruhigen zu lassen. Bin also nach rund 5:18 Stunden auf dem Rad in die Wechselzone gerollt und wollte zu meinem Wechselbeutel rennen, aber meine Beine waren total entkräftet und mein Rücken hat - wie erwartet durch ds neue Rad - doch mehr gelitten als ich dachte - wobei ich mich beim fahren nicht schlecht gefühlt habe, was das anging.
Naja, auf jeden Fall habe ich die 200m zu meinem Beutel in gefühlten 8 Minuten zurückgelegt - oder besser geschlichen und bin nach ruhigem Wechsel auf die Laufstrecke.
Nach rund 1,5km kommt man bei uns am Hotel vorbei und der Gedanke einfach rechts abzubiegen, ins Zimmer zu gehen, sich hinzulegen, die Klimaanlage anzumachen, die Schmerzen zu vergessen war seeeeehr seeeehr verlockend!!! Ich bin aber weitergelaufen und ich habe mich einigermaßen gefangen und ein gutes Tempo gefunden. Eigentlich lief ich recht rund und habe ständig Leute überholt, die mir sogar respektvoll und nett gemeinte Kommentare zugerufen haben wie: "...nice run!", "...good performance..." usw. ...also nicht Zuschauer, sondern Athleten wie ich. DAS ist übrigens eines der schönsten Dinge hier in Kona - bei aller Konkurrenz bei den Quali-Wettbewerben...hier in Kona weiss fast jeder die Leistung des anderen zu würdigen und man gönnt sich das auch...und gestern haben wir alle gelitten!
Na auf jeden Fall ging es mir recht gut bis KM 8 und dann nahm das Tempo von Meter zu Meter ab und die Kraft ging aus mir raus wie man einen Schwamm ausquetscht. Ich habe mich dann zurück zum Hotel geschleppt (kommt man 2x dran vorbei) während mich die ganzen Leute (und noch mehr) die ich überholt hatte, wiederum überholt haben. Am Hotel standen meine Supporter Holger, Manfred und Udo um mich zu filmen und da musste ich stehenbleiben. Es ging nix mehr. Meine Finger und Füße waren taub und ich konnte nicht mehr. Aussteigen war der stärkste Gedanke - eigentlich seit KM 140 auf dem Rad.
1000 Gedanken gingen mir durch den Kopf. Die gesteckten Ziele, der persönliche Ehrgeiz, meine Familie, die Menschen die mir die Daumen drücken, die, die mich hier begleitet haben, einfach alle Leute die meinen Sport mittragen und mich unterstützen und mit Herz dabei sind! Also war Aufgeben keine Option!!! Ich bin also nach kurzer Denkpause erstmal weitergegangen und habe meine Gedanken sortiert und probiert alles ins richtige Verhältnis zueinander zu setzen, mich zu sammeln um dann evtl. nochmal loszulaufen.
Während ich also so spazieren ging, lief neben mir ein niederländischer Leidensgenosse und wir haben uns ein bischen ausgetauscht über unsere Situation. Er ist jemand gewesen, der eine 8:45 als Bestzeit stehen hat und nun auch von Krämpfen und der Enttäuschung geplagt, gehen musste. Er sagte noch: "...today, I'm going for the glow sticks..." (die glow sticks bekommt man, wenn man ins Dunkle hineinläuft und kein sogenannter Daylight-Finisher wird). Wir gingen noch eine Weile (1-2km) und an der nächsten Aid-Station habe ich mich nochmal versorgt und ihm gesagt, dass ich wieder loslaufe. Wir haben uns noch alles Gute gewünscht und ich bin wieder los.
Habe mir ein Tempo gesucht von dem ich der Meinung war, dass ich den Mist mit Anstand zuende bringen kann - schliesslich waren es noch gute 25km UND draussen wartet der Highway und das EnergyLab! Die Perspektive war also nicht so berauschend, aber ich habe mich mit der Situation anrangiert und fing sogar wieder an Leute zu überholen. Die Athleten sind verreckt wie die Fliegen auf dem Highway. Ich habe mich einfach von Aid-Station zu Aid-Station gehangelt...immer Eis in die Mütze und in den Anzug, Cola und Gatorade getrunken, Schwämme und Wasser über den Kopf ausgegossen und immer weiter. So ging das quasi die ganze Zeit. Um mich herum war der ein oder andere mit ähnlicher Situation und wir haben uns gegenseitig Mut gemacht. "...come on...almost there...stay focused, man...!" So ging das recht gut bis KM 40 und da wußte ich das ich's geschafft habe.
Nicole Leder hab ich bei KM 160 auf dem Rad überholt - sie mich irgendwann beim Laufen - ich dann wiederum bei Meile 23 (von 26) im Marathon - und sie hat - wie viele gestern - auch schon besser ausgesehen! :-)
Man kann also sagen, dass das gestern ein echt hartes Ding gewesen ist und ich mehrmals in die Abgründe meiner Seele geblickt habe. Aber schlussendlich habe ich es geschafft und darauf bin ich stolz.
Meine vorher gesteckten Ziele habe ich nicht erreicht (Verbesserung der Platzierung, Zeit unter 10 Stunden, Sub 3:10er Marathon, Schwimmzeit unter 1:10) aber in anbetracht der schwierigen äusseren Bedingungen und der gesamten Situation bin ich sehr froh das ich nicht ausgestiegen bin und einen Tag später fühlt sich das ganze schon viel besser an. Wie ein echter Sieg!
So schaut's aus, so war's, so kam es mir beim Schreiben eben in den Kopf und so hab ich's aufgeschrieben!
Morgen und übermorgen geht der Blog noch weiter, also nicht abschalten!!! :-)
Hang loose!
Michel
...wen allerdings eine harte Ausdrucksweise stört oder den Blog seinen Kindern vorliest, der sollte jetzt nicht weiterlesen, denn ein kann ich Euch sagen...DAS war die härteste Scheisse die ich bisher gemacht habe!!!
Wo soll ich anfangen? Ich denke beim Schwimmen... :-)
Schwimmen war mal wieder sehr hart, obwohl ich rund 3 Minuten schneller war als 2005, bin ich nicht ganz glücklich, denn ich hatte irgendwie keine gute Position finden können, habe ein paar mal versucht daran was zu ändern, aber um mich herum war weit und breit nichts was mich weiter gebracht hätte und so kam ich mir recht geblockt in meinen Möglichkeiten vor. Natürlich gab es wieder mehr als genug Schlägerei, Halten, Ziehen, Treten und was alles (nicht) so dazugehört. Letztlich hab ich mich aber nicht verrückt gemacht und bin halt einfach durchgepaddelt.
Der Wettkampf fand natürlich am heissesten Tag der gesamten Woche statt - kein einziges Wölkchen am Himmel, den ganzen Tag und so hatten wir morgens vor dem Schwimmen schon "angenehme" 35 Grad. Auf der Radstrecke waren es dann gute 40 und eigentlich die komplette Strecke - mindestens aber 165km - Gegen- oder Seitenwind. Ich bin also, wie geplant, erstmal sehr verhalten bis zum Wendepunkt nach Hawi gefahren und habe probiert mich gut zu versorgen. Bei meinem letzten Leistungstest haben wir einen Energieumsatz von mehr als 1200 Kalorien pro Stunde bei mir gemessen und die wollen natürlich aufgefüllt werden...
Danach fing dann mein persönliches Drama an...ab KM 140 konnte ich keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen - es ist mir sozusagen wieder "aus dem Gesicht gefallen" wenn Ihr wisst was ich meine? Keine Riegel, kein Gel, keine Salzbrezeln (die ich in meinen Special-Needs-Beutel getan hatte). Scheisse. Ich habe also nurnoch trinken können und auch das ist nicht mehr da geblieben wo's eigentlich hingehört und ich habe es öfter wieder ausgespuckt. Das reicht von der Energieversorgung natürlich nicht aus und sollte sich dann noch bemerkbar machen.
Naja, auf jeden Fall habe ich die 200m zu meinem Beutel in gefühlten 8 Minuten zurückgelegt - oder besser geschlichen und bin nach ruhigem Wechsel auf die Laufstrecke.
Nach rund 1,5km kommt man bei uns am Hotel vorbei und der Gedanke einfach rechts abzubiegen, ins Zimmer zu gehen, sich hinzulegen, die Klimaanlage anzumachen, die Schmerzen zu vergessen war seeeeehr seeeehr verlockend!!! Ich bin aber weitergelaufen und ich habe mich einigermaßen gefangen und ein gutes Tempo gefunden. Eigentlich lief ich recht rund und habe ständig Leute überholt, die mir sogar respektvoll und nett gemeinte Kommentare zugerufen haben wie: "...nice run!", "...good performance..." usw. ...also nicht Zuschauer, sondern Athleten wie ich. DAS ist übrigens eines der schönsten Dinge hier in Kona - bei aller Konkurrenz bei den Quali-Wettbewerben...hier in Kona weiss fast jeder die Leistung des anderen zu würdigen und man gönnt sich das auch...und gestern haben wir alle gelitten!
1000 Gedanken gingen mir durch den Kopf. Die gesteckten Ziele, der persönliche Ehrgeiz, meine Familie, die Menschen die mir die Daumen drücken, die, die mich hier begleitet haben, einfach alle Leute die meinen Sport mittragen und mich unterstützen und mit Herz dabei sind! Also war Aufgeben keine Option!!! Ich bin also nach kurzer Denkpause erstmal weitergegangen und habe meine Gedanken sortiert und probiert alles ins richtige Verhältnis zueinander zu setzen, mich zu sammeln um dann evtl. nochmal loszulaufen.
Während ich also so spazieren ging, lief neben mir ein niederländischer Leidensgenosse und wir haben uns ein bischen ausgetauscht über unsere Situation. Er ist jemand gewesen, der eine 8:45 als Bestzeit stehen hat und nun auch von Krämpfen und der Enttäuschung geplagt, gehen musste. Er sagte noch: "...today, I'm going for the glow sticks..." (die glow sticks bekommt man, wenn man ins Dunkle hineinläuft und kein sogenannter Daylight-Finisher wird). Wir gingen noch eine Weile (1-2km) und an der nächsten Aid-Station habe ich mich nochmal versorgt und ihm gesagt, dass ich wieder loslaufe. Wir haben uns noch alles Gute gewünscht und ich bin wieder los.
Habe mir ein Tempo gesucht von dem ich der Meinung war, dass ich den Mist mit Anstand zuende bringen kann - schliesslich waren es noch gute 25km UND draussen wartet der Highway und das EnergyLab! Die Perspektive war also nicht so berauschend, aber ich habe mich mit der Situation anrangiert und fing sogar wieder an Leute zu überholen. Die Athleten sind verreckt wie die Fliegen auf dem Highway. Ich habe mich einfach von Aid-Station zu Aid-Station gehangelt...immer Eis in die Mütze und in den Anzug, Cola und Gatorade getrunken, Schwämme und Wasser über den Kopf ausgegossen und immer weiter. So ging das quasi die ganze Zeit. Um mich herum war der ein oder andere mit ähnlicher Situation und wir haben uns gegenseitig Mut gemacht. "...come on...almost there...stay focused, man...!" So ging das recht gut bis KM 40 und da wußte ich das ich's geschafft habe.
Nicole Leder hab ich bei KM 160 auf dem Rad überholt - sie mich irgendwann beim Laufen - ich dann wiederum bei Meile 23 (von 26) im Marathon - und sie hat - wie viele gestern - auch schon besser ausgesehen! :-)
Meine vorher gesteckten Ziele habe ich nicht erreicht (Verbesserung der Platzierung, Zeit unter 10 Stunden, Sub 3:10er Marathon, Schwimmzeit unter 1:10) aber in anbetracht der schwierigen äusseren Bedingungen und der gesamten Situation bin ich sehr froh das ich nicht ausgestiegen bin und einen Tag später fühlt sich das ganze schon viel besser an. Wie ein echter Sieg!
So schaut's aus, so war's, so kam es mir beim Schreiben eben in den Kopf und so hab ich's aufgeschrieben!
Morgen und übermorgen geht der Blog noch weiter, also nicht abschalten!!! :-)
Hang loose!
Michel
Freitag, 12. Oktober 2007
Michel 1 - Macca 0...Racenumber 1472 ready for take-off!
Hi Leute,
first things first...meine Startnummer ist die 1472 - hatte ich noch garnicht erwähnt glaube ich?!
Heute morgen habe ich das Abschlusstraining absolviert. Erst 10 Minuten gelaufen, im Anschluss 20 Minuten Rad und kurz drauf noch 10 Minuten geschwommen. Die Reihenfolge ist dabei nicht so wichtig gewesen, wichtig ist nur, dass man nochmal ein bischen Spannung in die Muskulatur bekommt nach 2 Ruhetagen.

...ja, auch ich dope mich!
Aber um ehrlich zu sein ist nicht viel mit Spannung, sondern sie sind nach wie vor eher etwas müde...kann sein, dass die Umstellung des Rhythmus/Zeitverschiebung diesmal nicht so doll geklappt hat...ich bin aber trotzdem motiviert und zuversichtlich für morgen...ist immer auch Kopfsache...aber frische Beine wären mir trotzdem lieber.

Packing some stuff - die Wechselbeutel.
Das eigentliche kleine Highlight für heute war aber meine "gemeinsame" Trainingseinheit mit Chris McCormack (Macca), dem 7maligen Roth-Sieger und (Mit)Favorit hier in Kona. Ich habe ihn aufgefahren, während er nochmal locker hinter 'nem Motorroller hergefahren ist (um ihn vom Verkehr abzuschirmen und Windschatten zu geben). ...ich also locker hin pedaliert, ihn abgeklatscht und alles Gute gewünscht für den Wettkampf...wenn ich ihn morgen im Wettkampf auch überhole, dann wäre das nicht schlecht! :-)
Transition Zone - hier steht mein Bike.
Nach kurzen Mittagsschlaf habe ich die Wechselbeutel für's Radfahren und Laufen gepackt - zusätzlich noch meinen Special-Needs-Beutel für's Radfahren mit ein paar salzigen Knabbereien (das ist mental für mich sehr gut bei KM 90 auf dem Rad was Leckeres zu essen, anstatt dauern papp-süße Gels und Riegel).
Wechselbeutel Rad aufgehängt.
Um 15:30 war dann Rad- und Beutelabgabe. Mein Rad war anscheinend ein echter Blickfang. Es fahren davon nur 4 Stück in Kona rum. Das eine fährt Timo Bracht (Sieger Frankfurt Ironman), das zweite fährt Frank Vytrisal (3. in Frankfurt), das dritte fährt auch ein Agegrouper (Amateur) aus der Darmstädter Region und das vierte fährt der Michel aus Obereschbach (23. in Frankfurt)! :-)
Laufbeutel aufgehängt.
Die japanischen Journalisten und ein paar andere waren auf jeden Fall ganz scharf drauf, Fotos von meinem Lenker zu schiessen. Dann wird es nicht mehr lange dauern, bis die ersten großen Radfirmen mit einem ähnlichen Modell auf den Markt kommen?! Kona ist halt nach wie vor "the place to be" - egal welche Sparte unseres Sports das betrifft. Material wird halt ganz groß geschrieben. Wenn ich dieses Jahr für jedes Cervelo P3 Carbon 100$ bekommen würde, dann könnte ich noch für 3 Jahre hier auf Hawaii bleiben, meine Familie nachholen und leben wie ein König! :-)
Hinter der Tribüne.
Ich futter' den ganzen Tag schon fleissig kleine Portionen Kohlenhydrate in Form von Reis, Kartoffeln, Energy-Drinks, Reis, Reis und nochmal Reis. Auch jetzt sind wir auf dem Weg zur "Henkersmahlzeit"...danach geh ich zeitig ins Bett denn um 3:30 klingelt der Wecker schon wieder, leichtes Frühstück (2-3 Toasts mit Marmelade, Saft, Tässchen Kaffee und fertig) und dann geht's richtig los.
Finish Line wird aufgebaut.
Ich melde mich dann wenn ich über die Finish-Line gewackelt bin wieder bei Euch...drückt mir die Daumen!!!
Hang loose!
Michel
first things first...meine Startnummer ist die 1472 - hatte ich noch garnicht erwähnt glaube ich?!
Heute morgen habe ich das Abschlusstraining absolviert. Erst 10 Minuten gelaufen, im Anschluss 20 Minuten Rad und kurz drauf noch 10 Minuten geschwommen. Die Reihenfolge ist dabei nicht so wichtig gewesen, wichtig ist nur, dass man nochmal ein bischen Spannung in die Muskulatur bekommt nach 2 Ruhetagen.
...ja, auch ich dope mich!
Aber um ehrlich zu sein ist nicht viel mit Spannung, sondern sie sind nach wie vor eher etwas müde...kann sein, dass die Umstellung des Rhythmus/Zeitverschiebung diesmal nicht so doll geklappt hat...ich bin aber trotzdem motiviert und zuversichtlich für morgen...ist immer auch Kopfsache...aber frische Beine wären mir trotzdem lieber.
Packing some stuff - die Wechselbeutel.
Das eigentliche kleine Highlight für heute war aber meine "gemeinsame" Trainingseinheit mit Chris McCormack (Macca), dem 7maligen Roth-Sieger und (Mit)Favorit hier in Kona. Ich habe ihn aufgefahren, während er nochmal locker hinter 'nem Motorroller hergefahren ist (um ihn vom Verkehr abzuschirmen und Windschatten zu geben). ...ich also locker hin pedaliert, ihn abgeklatscht und alles Gute gewünscht für den Wettkampf...wenn ich ihn morgen im Wettkampf auch überhole, dann wäre das nicht schlecht! :-)
Transition Zone - hier steht mein Bike.
Nach kurzen Mittagsschlaf habe ich die Wechselbeutel für's Radfahren und Laufen gepackt - zusätzlich noch meinen Special-Needs-Beutel für's Radfahren mit ein paar salzigen Knabbereien (das ist mental für mich sehr gut bei KM 90 auf dem Rad was Leckeres zu essen, anstatt dauern papp-süße Gels und Riegel).
Wechselbeutel Rad aufgehängt.
Um 15:30 war dann Rad- und Beutelabgabe. Mein Rad war anscheinend ein echter Blickfang. Es fahren davon nur 4 Stück in Kona rum. Das eine fährt Timo Bracht (Sieger Frankfurt Ironman), das zweite fährt Frank Vytrisal (3. in Frankfurt), das dritte fährt auch ein Agegrouper (Amateur) aus der Darmstädter Region und das vierte fährt der Michel aus Obereschbach (23. in Frankfurt)! :-)
Laufbeutel aufgehängt.
Die japanischen Journalisten und ein paar andere waren auf jeden Fall ganz scharf drauf, Fotos von meinem Lenker zu schiessen. Dann wird es nicht mehr lange dauern, bis die ersten großen Radfirmen mit einem ähnlichen Modell auf den Markt kommen?! Kona ist halt nach wie vor "the place to be" - egal welche Sparte unseres Sports das betrifft. Material wird halt ganz groß geschrieben. Wenn ich dieses Jahr für jedes Cervelo P3 Carbon 100$ bekommen würde, dann könnte ich noch für 3 Jahre hier auf Hawaii bleiben, meine Familie nachholen und leben wie ein König! :-)
Hinter der Tribüne.
Ich futter' den ganzen Tag schon fleissig kleine Portionen Kohlenhydrate in Form von Reis, Kartoffeln, Energy-Drinks, Reis, Reis und nochmal Reis. Auch jetzt sind wir auf dem Weg zur "Henkersmahlzeit"...danach geh ich zeitig ins Bett denn um 3:30 klingelt der Wecker schon wieder, leichtes Frühstück (2-3 Toasts mit Marmelade, Saft, Tässchen Kaffee und fertig) und dann geht's richtig los.
Finish Line wird aufgebaut.
Ich melde mich dann wenn ich über die Finish-Line gewackelt bin wieder bei Euch...drückt mir die Daumen!!!
Hang loose!
Michel
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Visualisieren der Strecke...wichtige Erkenntnisse!
Hi zusammen,
heute hab ich mir eine Massage gegönnt - vormittags war Termin und ich hatte Glück, dass ich den gestern schon ausgemacht habe. Die Kona School of Massage hat hier 'nen Stand im Ironman-Village (so die offizielle Bezeichnung der Ironman Messe) und da brummt das Geschäft wie die Sau. 1 Stunde für 30$ ist aber auch ein mehr als fairer Preis...
Bei einem Kumpel im Hotel ist der Physiotherapeut von Floyd Landis (Ihr wisst schon...Tour de France 2006...zu hoher Testo-Wert...keine Ahnung wie der zustande kam...) abgestiegen, bei dem kostet das 90$ die Stunde...naja, wenigstens hat der mehr Zeit für andere Leute...Floyds Beine sind ja eher im Gerichtssaal zu finden statt auf dem Rad. *pffff*
Später haben wir uns entschlossen, die Radstrecke nochmal mit dem Auto abzufahren und es war gut so!!! So wie es ausschaut werden die Prognosen wohl doch eintreffen und es wird rough 'n tough draussen auf dem Highway - nicht wie 2005 und 2006 wo es recht faire Bedingungen waren...na auf jeden Fall sind wir am "Scenic Point" mal rechts rangefahren um einen Eindruck zu bekommen. Am Scenic Point - ca. 20km ausserhalb von Kona - sind die Windbedingungen absolut repräsentativ für die Gesamtstrecke, denn ab dort ist man nicht mehr in der Deckung des Vulkans oberhalb Konas und ich kann Euch sagen....das wird hammerhart am Samstag!!!
Kurze Szene am Scenic Point. Versteht Ihr was? ...ich auch nicht! :-)
Wir haben uns über 4-5m schon fast anbrüllen müssen als wir aus dem Auto ausgestiegen sind! Holy shit....das wird lustig!
Dazu kommen die berüchtigten Crosswinds die von der Seite ständig die Richtung wechseln und für zusätzlichen Stress sorgen. Hat aber auch sein Gutes...denn jetzt habe ich automatisch die richtige Rennstrategie bzw. -herangehensweise festgelegt...und die wird sein...alle möglichen Zeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten beiseite zu legen und - wie schon 2006 auf Lanzarote - den Kopf möglichst auszuschalten was Tempo usw. angeht. Wenn auf dem Tacho 8km/h bergab und stehend gefahren stehen...dann muss man das so akzeptieren, auch wenn es schwer fällt.
Am Wendepunkt in Hawi - auch noch leichte Brise
Ich werde also bis Hawi (Wendepunkt nach 90km) schön dezent unterwegs sein und die "Körner" für den Rückweg aufheben um dann - hoffentlich - noch stabil den Marathon laufen zu können. Auf eine Zeit kann ich mich bei den Bedingungen nicht festlegen. Einmal mehr scheint Hawaii seinem Ruf gerecht zu werden, der besagt: "...vergiss deine sportliche Vorgeschichte und Leistungsfähigkeit...Hawaii folgt eigenen Gesetzen...". Aber deswegen ist es Hawaii und deswegen sind wir hier!
Ich werde mich also so gut wie möglich mental drauf einstellen - zwischen der letzten Aktivierungs-Trainingseinheit am Morgen und der Radabgabe am Nachmittag...
So sieht's aus hier...
Hang loose!
Michel
heute hab ich mir eine Massage gegönnt - vormittags war Termin und ich hatte Glück, dass ich den gestern schon ausgemacht habe. Die Kona School of Massage hat hier 'nen Stand im Ironman-Village (so die offizielle Bezeichnung der Ironman Messe) und da brummt das Geschäft wie die Sau. 1 Stunde für 30$ ist aber auch ein mehr als fairer Preis...
Bei einem Kumpel im Hotel ist der Physiotherapeut von Floyd Landis (Ihr wisst schon...Tour de France 2006...zu hoher Testo-Wert...keine Ahnung wie der zustande kam...) abgestiegen, bei dem kostet das 90$ die Stunde...naja, wenigstens hat der mehr Zeit für andere Leute...Floyds Beine sind ja eher im Gerichtssaal zu finden statt auf dem Rad. *pffff*
Später haben wir uns entschlossen, die Radstrecke nochmal mit dem Auto abzufahren und es war gut so!!! So wie es ausschaut werden die Prognosen wohl doch eintreffen und es wird rough 'n tough draussen auf dem Highway - nicht wie 2005 und 2006 wo es recht faire Bedingungen waren...na auf jeden Fall sind wir am "Scenic Point" mal rechts rangefahren um einen Eindruck zu bekommen. Am Scenic Point - ca. 20km ausserhalb von Kona - sind die Windbedingungen absolut repräsentativ für die Gesamtstrecke, denn ab dort ist man nicht mehr in der Deckung des Vulkans oberhalb Konas und ich kann Euch sagen....das wird hammerhart am Samstag!!!
Kurze Szene am Scenic Point. Versteht Ihr was? ...ich auch nicht! :-)
Wir haben uns über 4-5m schon fast anbrüllen müssen als wir aus dem Auto ausgestiegen sind! Holy shit....das wird lustig!
Dazu kommen die berüchtigten Crosswinds die von der Seite ständig die Richtung wechseln und für zusätzlichen Stress sorgen. Hat aber auch sein Gutes...denn jetzt habe ich automatisch die richtige Rennstrategie bzw. -herangehensweise festgelegt...und die wird sein...alle möglichen Zeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten beiseite zu legen und - wie schon 2006 auf Lanzarote - den Kopf möglichst auszuschalten was Tempo usw. angeht. Wenn auf dem Tacho 8km/h bergab und stehend gefahren stehen...dann muss man das so akzeptieren, auch wenn es schwer fällt.
Am Wendepunkt in Hawi - auch noch leichte Brise
Ich werde also bis Hawi (Wendepunkt nach 90km) schön dezent unterwegs sein und die "Körner" für den Rückweg aufheben um dann - hoffentlich - noch stabil den Marathon laufen zu können. Auf eine Zeit kann ich mich bei den Bedingungen nicht festlegen. Einmal mehr scheint Hawaii seinem Ruf gerecht zu werden, der besagt: "...vergiss deine sportliche Vorgeschichte und Leistungsfähigkeit...Hawaii folgt eigenen Gesetzen...". Aber deswegen ist es Hawaii und deswegen sind wir hier!
Ich werde mich also so gut wie möglich mental drauf einstellen - zwischen der letzten Aktivierungs-Trainingseinheit am Morgen und der Radabgabe am Nachmittag...
So sieht's aus hier...
Hang loose!
Michel
Mittwoch, 10. Oktober 2007
Startunterlagen, Athletenbriefing, Nationenparade...
Hi alle zusammen,
heute hätte ich vor lauter Entspannung fast vergessen, das Nachmittags die Athletenbesprechung im King Kameameha Hotel stattfand. Das hat man davon wenn man auf Relax-Mode geschaltet hat! ...ich weiss nur nicht ob das ein gutes Zeichen ist? :-) ...neue Erkenntnisse gab es dort keine und ich bin auch nur hin, weil ich gerade nichts besseres zu tun hatte. :-)
Na zum Glück hab ich nicht vergessen, meine Startunterlagen abzuholen!!! Das ist besser geregelt als 2005 - da konnte man nur an einem Tag das Zeug abholgen - diesmal jeden Tag und das entspannt die Situation doch merklich. Abholung war perfekt organisiert...viele Volunteers die einem bei allen Fragen helfen - sofern es welche gibt...und einen durch den Abholungsprozess führen, dass man garnichts verkehrt machen oder laufen kann...

Parade of Nations
Ansonsten war mein Tag heute recht beschaulich. Anschliessend die letzten Kleinigkeiten für den Wettkampf besorgt. Ersatzreifen mit speziellen Ventilverlängerungen - die braucht man, da man mit einem Standardventil bzw. dessen Länge bei einer sogenannten Hochprofilfelge wie es die Zipp 808 sind, nicht besonders weit. Das Ventil würde praktisch in der Felge verschwinden und man könnte nicht aufpumpen im Falle einer Panne. Die Ventilverlängerung dranzufummeln ist ein bischen Arbeit, aber mein "Chefmechaniker" Udo hat das für mich übernommen - der Kerl ist einfach Gold wert!

Die anderen (Holger, Manfred, Udo) sind danach dann auf Erkundungstour gegangen - mit dem Mietwagen in der Gegend rumgefahren, während ich zurück zum Hotel geschlendert bin. Noch kurz über die - diesmal sehr enttäuschende - Ironman Messe. Die ganzen Hersteller, die in den vergangenen Jahren hier präsent waren, sind bis auf wenige, nicht da. Nur Ironman-Merchandise so weit das Auge reicht. Bullshit!!! Das ganze Zeug gibt es doch eh schon in JEDEM laden hier in Kona...das ärgert mich ein bischen.
Naja, bin ich eben auf dem Rückweg ins LavaJava (wohin sonst?!), dort hab ich meinen Kollegen Jürgen - mit dem ich letztens noch über den Highway geschreddert bin - getroffen und wir haben uns 3 Stunden einen Kaffee nach dem anderen reingeschüttet (übrigens kann ich hier mal mit dem Märchen aufzuräumen, dass Kaffee entwässern würde). OK...waren nur 3 pro Nase, aber trotzdem. :-)
Jürgen hat nach anfänglicher Wettkampfstrategie ("...ich geh voll, egal was passiert...") doch mittlerweile gehörigen Respekt bekommen. Jetzt will er "nur noch" sauber durchkommen und einen guten Tag haben. Sehr clever von ihm...okay...muss jeder selber wissen, aber beim ersten Mal auf Hawaii sollte das Ziel nicht wesentlich höher gesteckt werden.
Ich für meinen Teil bin mir auch noch nicht so ganz sicher. Angekommen bin ich ja 2005 schon...und diesmal (wobei ankommen IMMER oberste Priorität hat und hier schwer genug ist) wollte ich es eigentlich mal richtig krachen lassen, aber bei den vorausgesagten Bedingungen und meiner momentanen Verfassung werde ich wohl etwas defensiver an die Sache rangehen (müssen). Momentan habe ich vor, erstmal mit den ganzen Verrückten "entspannt" durchzuschwimmen und dann sehen wie meine Beine auf dem Rad sind...abhängig davon werde ich dann entscheiden wie's weiter geht.
Irgendwie tickt man als Leistungssportler schon komisch manchmal. Ich weiss, das ich mich beim Wettkampf letztendlich immer besser fühle, als die Tage davor...auch beim Laufen bin ich ja nicht ganz schlecht...und fahre recht solide Rad...trotzdem ist der Glaube an die eigene Stärke immer mal Schwankungen unterlegen.
Apropos Beine...für morgen hab ich mir erstmal eine Massage verordnet...und diese auch schon, per Termin, klar gemacht. 10:15 Uhr, eine Stunde...yess!!!
Melde mich morgen wieder, wenn ich nicht vor lauter Erholung den ganzen Tag verschlafe!
Hang loose!
Michel
PS: Bilder vom Athletebriefing liefer ich nach.
Na zum Glück hab ich nicht vergessen, meine Startunterlagen abzuholen!!! Das ist besser geregelt als 2005 - da konnte man nur an einem Tag das Zeug abholgen - diesmal jeden Tag und das entspannt die Situation doch merklich. Abholung war perfekt organisiert...viele Volunteers die einem bei allen Fragen helfen - sofern es welche gibt...und einen durch den Abholungsprozess führen, dass man garnichts verkehrt machen oder laufen kann...
Parade of Nations
Ansonsten war mein Tag heute recht beschaulich. Anschliessend die letzten Kleinigkeiten für den Wettkampf besorgt. Ersatzreifen mit speziellen Ventilverlängerungen - die braucht man, da man mit einem Standardventil bzw. dessen Länge bei einer sogenannten Hochprofilfelge wie es die Zipp 808 sind, nicht besonders weit. Das Ventil würde praktisch in der Felge verschwinden und man könnte nicht aufpumpen im Falle einer Panne. Die Ventilverlängerung dranzufummeln ist ein bischen Arbeit, aber mein "Chefmechaniker" Udo hat das für mich übernommen - der Kerl ist einfach Gold wert!
Die anderen (Holger, Manfred, Udo) sind danach dann auf Erkundungstour gegangen - mit dem Mietwagen in der Gegend rumgefahren, während ich zurück zum Hotel geschlendert bin. Noch kurz über die - diesmal sehr enttäuschende - Ironman Messe. Die ganzen Hersteller, die in den vergangenen Jahren hier präsent waren, sind bis auf wenige, nicht da. Nur Ironman-Merchandise so weit das Auge reicht. Bullshit!!! Das ganze Zeug gibt es doch eh schon in JEDEM laden hier in Kona...das ärgert mich ein bischen.
Jürgen hat nach anfänglicher Wettkampfstrategie ("...ich geh voll, egal was passiert...") doch mittlerweile gehörigen Respekt bekommen. Jetzt will er "nur noch" sauber durchkommen und einen guten Tag haben. Sehr clever von ihm...okay...muss jeder selber wissen, aber beim ersten Mal auf Hawaii sollte das Ziel nicht wesentlich höher gesteckt werden.
Ich für meinen Teil bin mir auch noch nicht so ganz sicher. Angekommen bin ich ja 2005 schon...und diesmal (wobei ankommen IMMER oberste Priorität hat und hier schwer genug ist) wollte ich es eigentlich mal richtig krachen lassen, aber bei den vorausgesagten Bedingungen und meiner momentanen Verfassung werde ich wohl etwas defensiver an die Sache rangehen (müssen). Momentan habe ich vor, erstmal mit den ganzen Verrückten "entspannt" durchzuschwimmen und dann sehen wie meine Beine auf dem Rad sind...abhängig davon werde ich dann entscheiden wie's weiter geht.
Irgendwie tickt man als Leistungssportler schon komisch manchmal. Ich weiss, das ich mich beim Wettkampf letztendlich immer besser fühle, als die Tage davor...auch beim Laufen bin ich ja nicht ganz schlecht...und fahre recht solide Rad...trotzdem ist der Glaube an die eigene Stärke immer mal Schwankungen unterlegen.
Apropos Beine...für morgen hab ich mir erstmal eine Massage verordnet...und diese auch schon, per Termin, klar gemacht. 10:15 Uhr, eine Stunde...yess!!!
Melde mich morgen wieder, wenn ich nicht vor lauter Erholung den ganzen Tag verschlafe!
Hang loose!
Michel
PS: Bilder vom Athletebriefing liefer ich nach.
Dienstag, 9. Oktober 2007
Hot, hotter, EnergyLab - letzte Laufeinheit
Servus,
heute habe ich mein Wettkampfrad fertig gemacht und kurz eine Einstellungsfahrt damit gemacht und anschliessend die letzte Laufheinheit auf dem Highway - raus aus Kona bis zum Natural EnergyLab - dem heissesten Punkt des gesamten Wettkampfes. Aber der Reihe nach...

Erstmal letztes Mal geschwommen, mir reichts und ausserdem wird's langsam sehr sehr voll am Pier. Vormittags habe ich dann die Wettkampf-Laufräder auf meine Zeitfahrmaschine montiert - Zipp 808 (Schleichwerbung muss sein) - für mich momentan die besten Laufräder die es gibt. Die höhren sich nicht nur schnell an...die sind es auch! Carbon - klar - sehr hohe Felge, recht leicht, die rappeln so schön beim fahren. Da merkt man bei jeder Pedalumdrehung die Geschwindigkeit und das ist super für den Kopf...also für die mentale Seite des Rad-Splits.

Besser ist nur noch eine Scheibe im Hinterrad, aber die sind - zu recht - auf Hawaii verboten. Durch den sehr starken Wind wäre es zu gefährlich. In der Vergangenheit gab es schon öfter die Situation, dass Athleten durch den sogenannten Mumukuu-Wind und die starken Crosswinds (Seitenwind schnell wechselnde Richtung) über die halbe Breite des Highway geblasen oder im schlechtesten Fall komplett runtergeblasen wurden. Das Vergnügen hatte ich ja 2006 beim Ironman Lanzarote auch schon - danke, reicht!
Nach der kurzen Einstellungsfahrt - um zu schauen ob alles funktioniert, Schaltung, Bremsen und nochmal Positionstests, sind wir im Anschluss mit dem Mietwagen auf den Highway rausgefahren und ich bin zum Natural EnergyLab rausgelaufen. Dort ist nicht nur der Wendepunkt des Marathon sondern auch gleichzeitig der heisseste Punkt des gesamten Wettkampfes.

Ich wollte unbedingt nochmal vorher auf dem Highway gelaufen sein, um mich mental drauf vorzubereiten was mich in ein paar Tagen erwartet. Hitze, Einöde, Wind - um es auf dem Punkt zu bringen. Eigentlich wollte ich nur bis zum Lab laufen und nicht rein, aber ich bin dann doch reingelaufen und das war auch sehr gut so. Ich hatte das nicht mehr so übel in Erinnerung...es war dermaßen heiss, dass kann man sich nicht vorstellen. Ich bin schon vorher auf dem Highway leicht angeröstet worden - Puls ist dort schon gleich richtig hochgegangen...aber das Lab ist immernoch der Vorhof zur Hölle.

Rein geht ja noch - geht leicht bergab die erste Meile, schön Gegenwind, angenehm - aber auf dem Rückweg geht es eben bergauf und man läuft mit dem Wind im Rücken, also es ist quasi Windstill und man fängt sofort an zu schwitzen (nicht das man vorher nicht auch schon triefen würde) als sitze man in der Sauna. Der Asphalt strahlt eine unglaubliche Hitze ab - mehr als auf dem Highway, warum auch immer?!
Um die Hitze zu beschreiben - kenn Ihr das Gefühl in der Sauna zu sitzen und es macht sich dieses unbehagliche Hitzegefühl in Eurem Körper und Kopf breit, dass man am liebsten sofort rausrennen möchte, bleibt aber noch 30 Sekunden sitzen? Der Kopf glüht, der Körper glüht, man bekommt schon so leichten Schüttelfrost bzw. Gänsehaut und der kleine Mann im Ohr sagt: geh raus, es ist zu heiss...!
SO ist es im Energy Lab!
...aber wir machen das ja freiwillig... :-)
Rest des Tages war ruhig. Die Nationenparade ging um 16 Uhr los, die habe ich mir aber diesmal gespart. Meine Beine sind müde und ausserdem geht die sowieso nur 1km bis hin zur Ironman-Athleten-Messe, wo alle Sponsoren und Sportartikelhersteller die im Triathlon Rang und Namen haben, vertreten sind. Nicht alles, dass man die Parade nur mit gezückter Kreditkarte mitlaufen darf...die Parade endet nämlich - oh Wunder - genau dort. Hab ich kein Bock drauf!
Das war's für heute.
Hang loose!
Michel
heute habe ich mein Wettkampfrad fertig gemacht und kurz eine Einstellungsfahrt damit gemacht und anschliessend die letzte Laufheinheit auf dem Highway - raus aus Kona bis zum Natural EnergyLab - dem heissesten Punkt des gesamten Wettkampfes. Aber der Reihe nach...
Erstmal letztes Mal geschwommen, mir reichts und ausserdem wird's langsam sehr sehr voll am Pier. Vormittags habe ich dann die Wettkampf-Laufräder auf meine Zeitfahrmaschine montiert - Zipp 808 (Schleichwerbung muss sein) - für mich momentan die besten Laufräder die es gibt. Die höhren sich nicht nur schnell an...die sind es auch! Carbon - klar - sehr hohe Felge, recht leicht, die rappeln so schön beim fahren. Da merkt man bei jeder Pedalumdrehung die Geschwindigkeit und das ist super für den Kopf...also für die mentale Seite des Rad-Splits.
Besser ist nur noch eine Scheibe im Hinterrad, aber die sind - zu recht - auf Hawaii verboten. Durch den sehr starken Wind wäre es zu gefährlich. In der Vergangenheit gab es schon öfter die Situation, dass Athleten durch den sogenannten Mumukuu-Wind und die starken Crosswinds (Seitenwind schnell wechselnde Richtung) über die halbe Breite des Highway geblasen oder im schlechtesten Fall komplett runtergeblasen wurden. Das Vergnügen hatte ich ja 2006 beim Ironman Lanzarote auch schon - danke, reicht!
Nach der kurzen Einstellungsfahrt - um zu schauen ob alles funktioniert, Schaltung, Bremsen und nochmal Positionstests, sind wir im Anschluss mit dem Mietwagen auf den Highway rausgefahren und ich bin zum Natural EnergyLab rausgelaufen. Dort ist nicht nur der Wendepunkt des Marathon sondern auch gleichzeitig der heisseste Punkt des gesamten Wettkampfes.
Ich wollte unbedingt nochmal vorher auf dem Highway gelaufen sein, um mich mental drauf vorzubereiten was mich in ein paar Tagen erwartet. Hitze, Einöde, Wind - um es auf dem Punkt zu bringen. Eigentlich wollte ich nur bis zum Lab laufen und nicht rein, aber ich bin dann doch reingelaufen und das war auch sehr gut so. Ich hatte das nicht mehr so übel in Erinnerung...es war dermaßen heiss, dass kann man sich nicht vorstellen. Ich bin schon vorher auf dem Highway leicht angeröstet worden - Puls ist dort schon gleich richtig hochgegangen...aber das Lab ist immernoch der Vorhof zur Hölle.
Rein geht ja noch - geht leicht bergab die erste Meile, schön Gegenwind, angenehm - aber auf dem Rückweg geht es eben bergauf und man läuft mit dem Wind im Rücken, also es ist quasi Windstill und man fängt sofort an zu schwitzen (nicht das man vorher nicht auch schon triefen würde) als sitze man in der Sauna. Der Asphalt strahlt eine unglaubliche Hitze ab - mehr als auf dem Highway, warum auch immer?!
Um die Hitze zu beschreiben - kenn Ihr das Gefühl in der Sauna zu sitzen und es macht sich dieses unbehagliche Hitzegefühl in Eurem Körper und Kopf breit, dass man am liebsten sofort rausrennen möchte, bleibt aber noch 30 Sekunden sitzen? Der Kopf glüht, der Körper glüht, man bekommt schon so leichten Schüttelfrost bzw. Gänsehaut und der kleine Mann im Ohr sagt: geh raus, es ist zu heiss...!
SO ist es im Energy Lab!
...aber wir machen das ja freiwillig... :-)
Rest des Tages war ruhig. Die Nationenparade ging um 16 Uhr los, die habe ich mir aber diesmal gespart. Meine Beine sind müde und ausserdem geht die sowieso nur 1km bis hin zur Ironman-Athleten-Messe, wo alle Sponsoren und Sportartikelhersteller die im Triathlon Rang und Namen haben, vertreten sind. Nicht alles, dass man die Parade nur mit gezückter Kreditkarte mitlaufen darf...die Parade endet nämlich - oh Wunder - genau dort. Hab ich kein Bock drauf!
Das war's für heute.
Hang loose!
Michel
Genervt und angespannt!
Hi,
ich melde mich heute nochmal weil mir gerade danach ist. Muss mich ablenken. Wir waren vorhin auf so 'ner klassischen "Touri-Veranstaltung" von Hannes Hawaii Tours organisiert (das aber gut). Das ganze Klimbim lief auf "Captain Beans Boat" ab...Abholung am Pier und dann gute Laune für exakt 2 Stunden auf Knopfdruck, mit Essen (immerhin lecker) und Hula-Tanz-Show. ...na auf jeden Fall habe ich daran festgestellt, das - wie im letzten Post von vorhin geschrieben - auch ich langsam aber sicher etwas unenspannter werde.
Mann, was ging mir das auf den Keks vorhin! Leicht gereizt und genervt bin ich dann fluchtartig vom Boot runter und schnurstracks ins Hotel damit ich die ganzen Nasenbären nicht mehr sehen muss und meine Ruhe habe!
Auf dem Heimweg vom Pier (war schon dunkel) hab ich noch fix 2 Plakate fotografiert, die auf mich eine starke Wirkung hatten, so nach dem Motto: "...bald geht's los... Du wirst lange unterwegs sein ...und alleine ...erbitte Dir schonmal Hilfe..."
Das Licht und die Plakate sorgen für eine unheimliche Atmosphäre am Pier, und schon bald wird dort ja die Wechselzone aufgebaut sein.


Jetzt geh ich aber erstmal schlafen und dann werden wir morgen mal sehen wie's mir beim Laufen ergeht - hängt vielleicht auch daran, dass meine Beine - wie gesagt - nicht so doll sind und es mich etwas nervös macht?!
Noch sind ein paar Tage Zeit!
Meld mich morgen wieder.
Aloha!
Michel
ich melde mich heute nochmal weil mir gerade danach ist. Muss mich ablenken. Wir waren vorhin auf so 'ner klassischen "Touri-Veranstaltung" von Hannes Hawaii Tours organisiert (das aber gut). Das ganze Klimbim lief auf "Captain Beans Boat" ab...Abholung am Pier und dann gute Laune für exakt 2 Stunden auf Knopfdruck, mit Essen (immerhin lecker) und Hula-Tanz-Show. ...na auf jeden Fall habe ich daran festgestellt, das - wie im letzten Post von vorhin geschrieben - auch ich langsam aber sicher etwas unenspannter werde.
Mann, was ging mir das auf den Keks vorhin! Leicht gereizt und genervt bin ich dann fluchtartig vom Boot runter und schnurstracks ins Hotel damit ich die ganzen Nasenbären nicht mehr sehen muss und meine Ruhe habe!
Auf dem Heimweg vom Pier (war schon dunkel) hab ich noch fix 2 Plakate fotografiert, die auf mich eine starke Wirkung hatten, so nach dem Motto: "...bald geht's los... Du wirst lange unterwegs sein ...und alleine ...erbitte Dir schonmal Hilfe..."
Das Licht und die Plakate sorgen für eine unheimliche Atmosphäre am Pier, und schon bald wird dort ja die Wechselzone aufgebaut sein.
Jetzt geh ich aber erstmal schlafen und dann werden wir morgen mal sehen wie's mir beim Laufen ergeht - hängt vielleicht auch daran, dass meine Beine - wie gesagt - nicht so doll sind und es mich etwas nervös macht?!
Noch sind ein paar Tage Zeit!
Meld mich morgen wieder.
Aloha!
Michel
Montag, 8. Oktober 2007
Letzte ernsthafte Radeinheit...
Hallo Leute,
heute habe ich die letzte ernste Einheit auf dem Rad absolviert. Bin mit einem Kumpel locker 2 Stunden über den Highway gerollt, ein bischen gefilmt und auf dem Rückweg noch Max Longerée getroffen (Ihr erinnert Euch? 2:42er Marathon nach dem Radfahren). Mit ihm ein bischen geredet über Vorbereitung, Wettkampf und über alles Mögliche. Sehr netter Kerl...sehr auskunftsfreudig und freundlich.
Kleines Intro...
Auch so jemand wie er - Profi - ist jedesmal wieder nervös vorm Wettkampf und genau wie jeder "Normasterbliche" kann er sich momentan nicht vorstellen wie er die Distanzen am nächsten Samstag überhaupt bewältigen soll?! ...seine Beine sind also auch noch nicht so gut - genau wie meine...irgendwie sind sie noch nicht "offen" sondern fühlen sich dick und schwer an...
Max Longerée überholt mich...
Morgen werde ich trotzdem die letzte ernsthafte Laufeinheit machen - in mich hinein hören und gut dosieren - und dann 2 Tage komplett runterfahren, sprich Füße hochlegen, relaxen, vielleicht ne Massage, gut essen, dann Freitag ne kleine Vorbelastung...also alle drei Disziplinen für ein paar Minuten "angerissen"...und Samstag werden wir dann sehen was passiert.
Fahraufnahme frontal von Jürgen und mir...
Auf jeden Fall merkt man doch langsam aber sicher, dass es unweigerlich ernst wird. Die Athleten werden merklich einsilbiger, die Leute werden mehr und mehr auf der Insel, alle rüsten sich für den großen Tag!
bis morgen, hang loose!
Michel
heute habe ich die letzte ernste Einheit auf dem Rad absolviert. Bin mit einem Kumpel locker 2 Stunden über den Highway gerollt, ein bischen gefilmt und auf dem Rückweg noch Max Longerée getroffen (Ihr erinnert Euch? 2:42er Marathon nach dem Radfahren). Mit ihm ein bischen geredet über Vorbereitung, Wettkampf und über alles Mögliche. Sehr netter Kerl...sehr auskunftsfreudig und freundlich.
Kleines Intro...
Auch so jemand wie er - Profi - ist jedesmal wieder nervös vorm Wettkampf und genau wie jeder "Normasterbliche" kann er sich momentan nicht vorstellen wie er die Distanzen am nächsten Samstag überhaupt bewältigen soll?! ...seine Beine sind also auch noch nicht so gut - genau wie meine...irgendwie sind sie noch nicht "offen" sondern fühlen sich dick und schwer an...
Max Longerée überholt mich...
Morgen werde ich trotzdem die letzte ernsthafte Laufeinheit machen - in mich hinein hören und gut dosieren - und dann 2 Tage komplett runterfahren, sprich Füße hochlegen, relaxen, vielleicht ne Massage, gut essen, dann Freitag ne kleine Vorbelastung...also alle drei Disziplinen für ein paar Minuten "angerissen"...und Samstag werden wir dann sehen was passiert.
Fahraufnahme frontal von Jürgen und mir...
Auf jeden Fall merkt man doch langsam aber sicher, dass es unweigerlich ernst wird. Die Athleten werden merklich einsilbiger, die Leute werden mehr und mehr auf der Insel, alle rüsten sich für den großen Tag!
bis morgen, hang loose!
Michel
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